Häuser an der Spree, um 1930

Fritz Steisslinger hat in Berlin viel Zeit an der Spree und den Ufern der sich die Großstadt ziehenden Kanälen verbracht. Meistens sind die Orte, die er gezeichnet und gemalt, hat, nicht genau topographisch bestimmbar. Es kommt Steisslinger nicht darauf an, die touristischen Sehenswürdigkeiten Berlins festzuhalten. Stattdessen dokumentiert er das Großstadtleben mit all seinen Widersprüchen und schönen Momenten. Oft sind den Aqurellen schnelle Skizzen vorausgegangen, die er vor Ort sein Skizzenbuch gezeichnet hat.

In diesem Aquarell zeigt er vier von der hellen Sonne beschienene Häuser. Die Hausfasaden erstrahlen als leuchtend gelbe horizontale Fläche, unterbrochen von vertikalen blauen und roten Akzenten. Die Architektur ist schräg in die Bildfläche gestellt und wird zusätzlich durch die graue Kringelwolke und die vorbeifliesende Spree dynamisiert. Auch die Uferpromenade im Vordergrund, die Brücke in der Bildmitte und die Gebäude scheinen mit teils langen, geschwungenen Pinselzügen in einem Moment des Fließens festgehalten worden zu sein.


Werkangaben:
Häuser an der Spree, um 1930
Aquarell, Deckfarbe auf Papier, 52 x 63 cm
Privatbesitz

Literatur:
Werksverzeichnis Gauss Nr. A 173; Hans-Jürgen Imiela 1990 mit Abb. auf S.188; Ausst.Kat. Kunststiftung Hohenkarpfen 2008 mit Abb. auf S.57


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