Selbstportrait, 1909


Dieses Bild ist eines der ersten Beispiele für die große Werkgruppe der Selbstportraits. Fast alle Selbstportraits zeichnet eine bewusste Inszenierung aus, in diesem Fall durch eine akzentuierte Beleuchtung durch ein von links oben einfallendes grelles Licht.

Die Selbstbildnisse dürfen als fragende Selbstvergewisserung gesehen werden. Eine sichtbare Gelassenheit findet man selten, vielmehr merkt man Steisslingers gespanntes Bemühen, den sich verändernden Zuständen der eigenen Verfassung auf die Spur zu kommen. Die Brillen-Gläser vergrößern die Augen und intensivieren den Face-To-Face-Kontakt zwischen Künstler und Betrachter. Die Arbeitsutensilien des Malers wurden damals noch noch nicht ins Bild gerückt.

Werkangaben:
Selbstbildnis, 1909
Öl auf Leinwand, 30 x 22,5 cm
rechts unten signiert und datiert
Privatbesitz

Literatur:
Werksverzeichnis Gauss Nr. 1; Hans-Jürgen Imiela 1990 mit Abb. auf S.25


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